Stevia

8 Artikel

pro Seite
aufsteigend

8 Artikel

pro Seite
aufsteigend

Ohne Kalorien und trotzdem süß: Stevia - die Revolution der Lebensmittelindustrie

Die Pflanze ist ein Meilenstein. Sie wächst in den subtropischen und regenreichen Hochländern in Paraguay. Die Naturvölker nutzen die Pflanze bereits seit 500 Jahren und selbst in Japan werden schon 50 Prozent aller Lebensmittel mit ihr versüßt, statt mit Zucker. Die Rede ist von der Stevia-Pflanze. Unter der Formel „E960“ ist der Süßstoff seit Ende 2011 in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Damit wurde der Weg frei für die Alternative zum Zucker. Stevia ist nicht nur frei von Kalorien, der Süßstoff ist auch hervorragend für Diabetiker geeignet und die Zähne werden von Stevia ebenfalls nicht angegriffen. Stevia unterstützt die Gesundheit - ein neuer Süßstoff erobert den Markt.

Die Stevia-Pflanze: Süß und dennoch die gesündere Alternative zu Zucker

Süß schmeckt gut. Der Zuckerkonsum in der heutigen Gesellschaft hinterlässt jedoch seine Spuren: Etwa 70 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen in Deutschland sind übergewichtig. Bereits über 30 Prozent der Schulkinder haben zu viele Kilos - Tendenz steigend. Schuld daran ist zu einem großen Teil der Zucker. Seine Falle: Der Blutzucker und Insulin steigen und sinken so schnell, dass der Körper ebenso schnell wieder Hunger bekommt. Unzählige Lebensmittel haben Zucker, er ist in Joghurt, in Softdrinks und sogar in Salatdressings. Andere Süßstoffe konnten sich nicht durchsetzen. Doch mit Stevia, das seit mehr als zwei Jahren zugelassen ist, ist nun eine echte Alternative zu Zucker auf dem Markt.

Hinter diesem Kristall versteckt sich die Pflanze „Stevia rebaudiana“. Sie wird auch „Süßkraut“ oder „Honigkraut“ genannt. Aus den Blättern der Pflanze wird der Süßstoff gewonnen. Stevia ist 300 mal süßer als herkömmlicher Zucker, dafür sind mehrere Stoffe verantwortlich: unter anderem Stevioglykosiden wie Steviosid und Rebaudiosid A. Die Ähnlichkeit im Geschmack zu Zucker kann noch erhöht werden, aber auch ein lakritzartiger Geschmack kann hinzugefügt werden. Bei all dem hat Stevia keine Kalorien und ist somit eine Wohltat für die Gesundheit. Die einheimischen Völker nutzen die Pflanze schon seit Jahrhunderten, um ihre Lebensmittel zu versüßen. Ebenso dient ihnen Stevia als heilende Pflanze. Auch in Israel, Thailand und China wird die Pflanze angebaut. In Japan, Australien und Neuseeland ist Stevia inzwischen als Süßstoff zugelassen.

Stevia stammt aus Paraguay: Die Wirtschaft kämpfte, dass der Süßstoff zugelassen wird

Die Wirkung von Stevia war schon den Ureinwohnern Paraguays bekannt. Im Jahre 1867 entdeckte sie der Schweizer Botaniker Moises Giacomo Bertoni und erkannte, dass ein paar Blätter ausreichen, um Lebensmittel zu süßen. In den zwanziger Jahren wurde die Stevia-Pflanze dann auf großen Plantagen in Paraguay und Brasilien angepflanzt. In Europa wurde mit dem Anbau von Stevia während des Zweiten Weltkrieges begonnen – die Produktion jedoch wieder aufgegeben. In den fünfziger Jahren begann Japan in Treibhäusern erneut den Anbau und erreichte erstmals die Zulassung des Süßstoffes. In den achtziger Jahren verbrauchte Japan bereits 2000 Tonnen Stevia zum Süßen von Lebensmittel jährlich, bevor Amerika und Europa erneut auf den Süßstoff aufmerksam wurden. Hier war vor allem der Coca-Cola-Konzern maßgebend, dass im Oktober 2008 Stevia als Lebensmittelzusatzstoff in Australien und Neuseeland zugelassen wurde, im Dezember 2008 auch in den USA. Europa folgte dann im Dezember 2011. Hier war die Verunsicherung groß, denn die Stevia-Pflanze war noch nicht in allen Bestandteilen analysiert. Doch April 2010 hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit eine tägliche Maximaldosis von Stevia auf 4 Milligramm pro Körpergewicht als unbedenklich erklärt. Damit war der Weg frei für die Revolution der süßen Lebensmittel.

Stevia ist mit Null Kalorien die Alternative für Übergewichtige und Diabetiker

Der Süßstoff hat einen unschlagbaren Vorteil – das Steviosid hat keinerlei Kalorien. Zum Vergleich: Ein Teelöffel Fruchtzucker hat 16,6 Kalorien, Würfelzucker 16 Kalorien, brauner Zucker 15 Kalorien und weißer Zucker 20 Kalorien. Stevia hingegen ist bis zu 300 mal süßer. Es reicht nur eine kleine Menge Stevia-Kristall oder Tropfen, um die Süße von einem Löffel raffiniertem Zucker zu bekommen. Und das bei keinerlei Kalorien. Das macht es vor allem für Übergewichtige interessant. Dank Stevia muss keiner von ihnen auf die Geschmacksrichtung „süß“ mehr verzichten. Doch Stevia hat noch weitere Vorteile. Im Gegensatz zu Zucker erhöht Stevia den Blutzuckerspiegel nicht. Das verhindert eine vermehrte Insulin-Produktion, die Entstehung von erneutem Zucker sowie auch ein Glukosedefizit. Letzteres ist Ursache für Müdigkeit, Gereiztheit Depression und Heißhunger. Bei Stevia treten diese Symptome nicht auf. Das macht den Süßstoff vor allem für Diabetiker interessant. Statt mit diesen negativen Folgen versorgt Stevia den Körper mit Mineralstoffen und Vitaminen. Damit ist der Süßstoff besonders gut für die Gesundheit, was Zucker nicht bieten kann.

Dass Zucker nicht gut für die Zahngesundheit ist, ist allgemein bekannt. Karies ist die Folge von zu starkem Zuckerkonsum. Auch hier fördert Stevia die Gesundheit, denn der Süßstoff greift die Zähne nicht an. Im Gegenteil: Stevia wirkt in leichter Weise antibakteriell. Das macht den Süßstoff gerade auch für die Zähne gesünder. Die Völker in Südamerika nutzen die Stevia-Pflanze sogar als Zahnpflege – sie kauen mehrmals am Tag die Blätter.

Verwendung von Stevia: In diesen Lebensmitteln ist der Süßstoff schon zu finden

Die Dickmacher sind die Lebensmittel, die am besten schmecken. Stevia ist bis zu 200 Grad Celsius hitzebeständig. Daher eignet sich der Süßstoff auch hervorragend als Zuckerersatz in Backwaren. Kuchen, Torten und andere Lebensmittel könnten mit diesem Süßstoff den Ruf der Kalorienbomben verlieren. Es gibt bereits Lebensmittel mit Stevia: Soft-Drinks, Süßigkeiten, Marmeladen und Konfitüren, Joghurt und Fruchteis - alle mit weniger Kalorien. Bei einer Tafel Schokolade kann mit Stevia etwa 20 Prozent der Kalorien eingespart werden, in Gebäck sinkt der Anteil der Kalorien ebenfalls, auch wird deutlich weniger vom Süßstoff gebraucht – das Rezept kann durch andere Zutaten erweitert werden. Wer hier darauf achtet, nicht gerade andere Lebensmittel mit vielen Kalorien zu kombinieren, kann eine kalorienarme Alternative mittels Stevia aus dem Ofen zaubern. Die erste Cola mit Stevia ist ebenfalls bereits auf dem Markt: Fritz-Kola mit Stevia hat nur 50 Prozent der Kalorien und schmeckt genauso süß, wie das Original. Das hat sogar die Stiftung Warentest protokolliert.

Fazit: Stevia hat zahlreiche Vorteile und fördert die Gesundheit. Übergewichtige können wegen der fehlenden Kalorien Gewicht halten, Diabetiker haben eine Alternative, trotz der Krankheit "süß" zu genießen und statt mit Karies wird der Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.